Kategorie: IT-Sicherheit › Sicherheitskonzepte
Version: 1.0
Erstellt: Juni 2026
Verantwortlich: IT-Abteilung, NSI e.V.
Bezugsrahmen: ISO/IEC 27001:2022
Zielsetzung
Dieses Dokument beschreibt die technischen und organisatorischen Maßnahmen zur Gewährleistung von Verfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit der Anwendung NSI-Events. Es richtet sich an die IT-Abteilung, die Informationssicherheitsbeauftragte Person sowie an interne und externe Auditoren.
Schutzbedarfsfeststellung
Schutzziel | Einstufung | Begründung |
|---|---|---|
Verfügbarkeit | Mittel | Ausfall der Anwendung beeinträchtigt die Veranstaltungsverwaltung, ist jedoch nicht betriebskritisch im engeren Sinne. |
Integrität | Hoch | Veranstaltungsdaten müssen korrekt und vollständig vorliegen. Fehlerhafte Daten können zu organisatorischen Problemen führen. |
Vertraulichkeit | Mittel | Die Anwendung verarbeitet interne Organisationsdaten. Ein unbefugter Zugriff ist zu vermeiden, personenbezogene Daten sind jedoch nur in geringem Umfang betroffen. |
Technische Sicherheitsmaßnahmen
Netzwerksicherheit (A.8.20 – Netzwerksicherheit)
Die Anwendung ist ausschließlich aus dem internen Netzwerk erreichbar. Der Zugriff über das Internet ist nicht vorgesehen und nicht freigegeben. Auf der Windows-Firewall des Servers ist eine eingehende Regel für TCP Port 8083 konfiguriert. Diese Regel beschränkt den Zugriff auf das interne Netzwerksegment. Administrative Zugriffe auf den Server erfolgen ausschließlich über privilegierte Administratorkonten im Rahmen des bestehenden Tier-Modells.
Serversicherheit (A.8.9 – Konfigurationsmanagement)
Auf dem Server sind aktuelle Windows-Sicherheitsupdates gemäß dem monatlichen Patchzyklus zu installieren. Die lokalen Administratorkonten sind regelmäßig zu überprüfen. Nicht benötigte Dienste und Rollen sind zu deaktivieren. Der Server ist in die bestehende Endpoint-Management-Infrastruktur eingebunden.
Datenbanksicherheit (A.8.24 – Einsatz von Kryptographie / A.8.11 – Datenmaskierung)
Die Datenbank wird über ein individuelles Servicekonto betrieben. Die Kennwortrichtlinie für Servicekonten entspricht den Vorgaben der organisationsweiten Passwortrichtlinie. Datenbanksicherungen werden täglich erstellt und gemäß dem bestehenden Backup-Konzept aufbewahrt.
Protokollierung und Überwachung (A.8.15 – Protokollierung)
Folgende Ereignisse werden protokolliert:
Ereignis | Protokoll |
|---|---|
Systemstarts und -stopps |
|
Anwendungsfehler |
|
Systemmeldungen |
|
Datenbankverbindungsfehler | SQL Server Error Log |
Logdaten sind mindestens 90 Tage aufzubewahren. Eine regelmäßige Sichtung der Fehlerprotokolle sollte im Rahmen der Betriebsüberwachung erfolgen.
Organisatorische Sicherheitsmaßnahmen
Zugriffskontrolle (A.8.3 – Zugriffsbeschränkung auf Informationen)
Der Zugriff auf die Anwendung erfolgt nach dem Least-Privilege-Prinzip. Berechtigungen werden rollenbasiert vergeben. Administrativer Zugriff auf den Server ist auf das IT-Personal beschränkt und erfolgt über dedizierte T1-Administratorkonten. Zugriffsrechte sind mindestens jährlich im Rahmen einer Rezertifizierung zu überprüfen.
Schwachstellenmanagement (A.8.8 – Management technischer Schwachstellen)
Monatlich ist zu prüfen, ob Sicherheitsupdates für folgende Komponenten vorliegen:
Komponente | Prüfquelle |
|---|---|
Windows Server | Windows Update / WSUS |
Java Runtime Environment | Oracle / Adoptium Releases |
Eclipse Jetty | Eclipse Foundation Security Advisories |
SQL Server Express | Microsoft Security Updates |
Identifizierte Schwachstellen sind gemäß ihrer Kritikalität zeitnah zu beheben. Kritische Schwachstellen (CVSS ≥ 7.0) sind innerhalb von 14 Tagen zu patchen.
Risikobewertung
Risiko | Eintrittswahrscheinlichkeit | Auswirkung | Maßnahme |
|---|---|---|---|
Ausfall des SQL Servers | Niedrig | Hoch | Tägliche Datensicherung, dokumentierter Wiederanlaufprozess |
Beschädigung oder Verlust der Datenbank | Niedrig | Hoch | Backup mit Wiederherstellungstest |
Verlust von Konfigurationsdaten | Niedrig | Mittel | Versionierte Sicherung der Konfigurationsdateien |
Fehlkonfiguration des Jetty Servers | Mittel | Mittel | Dokumentierte Standardkonfiguration, Änderungsprotokoll |
Unbefugter Zugriff aus dem Netzwerk | Niedrig | Mittel | Firewall-Regeln, Netzwerksegmentierung |
Notfallvorsorge (A.5.30 – IKT-Bereitschaft für Business Continuity)
Für die Anwendung NSI-Events gelten folgende Wiederanlaufziele:
Kennzahl | Wert |
|---|---|
Recovery Time Objective (RTO) | 4 Stunden |
Recovery Point Objective (RPO) | 24 Stunden |
Die detaillierten Wiederanlaufverfahren sind im separaten Artikel „Notfallhandbuch NSI-Events" beschrieben. Wiederherstellungstests sind mindestens einmal jährlich durchzuführen und zu dokumentieren.
Empfohlene Weiterentwicklung
Für einen langfristig sicheren Betrieb wird die Umsetzung folgender Maßnahmen empfohlen:
Maßnahme | Priorität | Begründung |
|---|---|---|
Reverse-Proxy mit TLS-Terminierung | Hoch | Verschlüsselte Kommunikation gemäß A.8.24 |
Zentrales Log-Management (z. B. Syslog) | Mittel | Manipulationssichere Protokollierung gemäß A.8.15 |
Automatisiertes Monitoring | Mittel | Proaktive Erkennung von Ausfällen |